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Tipps für sicheres Radfahren: Die Tasche gehört nicht an den Lenker

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Mit Beginn der Fahrradsaison rechnet die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) wieder mit der Zunahme von Fahrradunfällen – vor allem bei Senioren.

Aufgrund ihres Alters sind sie besonders unfall- und verletzungsgefährdet. „Viele Unfallursachen lassen sich jedoch vermeiden“, sagt DGOU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann. Beispielsweise ereignen sich Fahrradstürze, weil Senioren eine Tasche am Lenker mitführen. Ein Tipp von insgesamt zehn lautet daher: Das Gepäck gehört nach hinten in den Fahrradkorb oder in eine Fahrradtasche am Gepäckträger.

2014 gab es laut Statistischem Bundesamt 77.900 Fahrradfahrer, die bei einem Verkehrsunfall verletzt und von der Polizei erfasst wurden. 396 Fahrradfahrer verunglückten tödlich – über die Hälfte von ihnen waren mindestens 65 Jahre alt.

Radfahren erfordert Balance, Koordination und schnelle Reaktionsfähigkeit. Senioren sind in ihrer Wahrnehmung jedoch oftmals eingeschränkt: Sie hören und sehen nicht mehr so gut und ihr Gleichgewichtssinn ist gestört. Hinzu kommt, dass gerade bei der Generation 65 Plus die Nachfrage nach Fahrrädern mit hybridem Antrieb – den sogenannten Pedelecs – steigt. Die höheren Geschwindigkeiten der Elektroräder erhöhen das Unfallrisiko und führen zusammen mit altersbedingten Einschränkungen zu schweren Verletzungsmustern.

Fahrradunfallforscher und DGOU-Präventionsexperte Dr. Christian Juhra warnt: „Mit dem Alter brechen die Knochen schneller, generell steigt die Verletzungsschwere. Möglicherweise erleidet ein junger Radfahrer nach einem Unfall eine leichte Gehirnerschütterung. Bei einem älteren Radfahrer, der blutverdünnende Medikamente einnimmt, kann der gleiche Unfall zu einer schweren Hirnblutung oder sogar zum Tod führen.“

Zu den Unfallursachen, nicht nur bei Senioren, zählen: eine Einkaufstasche am Fahrradlenker, ein nicht eingeschaltetes Hörgerät, das Fahren unter Alkoholeinfluss, unsachgemäße Kleidung oder locker sitzendes Schuhwerk, mangelnde Fitness, unangepasste Geschwindigkeit mit Elektrofahrrädern sowie ein nachlassendes Reaktionsvermögen.

Juhra sagt: „Bewegung ist die beste Medizin. Fahrradfahren ist ein sehr schonender Sport und tut Knochen und Gelenken gut. Deswegen begrüßen wir den Trend, dass immer mehr ältere Menschen Fahrrad fahren.“ Insbesondere Pedelecs bieten Menschen mit Handicaps oder Fitnessdefiziten eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Fahrrad. Sie erhöhen die Mobilität von älteren Menschen, fordern jedoch trotz Elektroantrieb körperlichen Einsatz ab. Daher hat die Pedelec-Nutzung in jedem Fall einen positiven Effekt für Senioren.

Damit Senioren auch sicher durch die Fahrradsaison kommen, geben Orthopäden und Unfallchirurgen folgende Tipps:

• Das Gepäck hinten im Fahrradkorb oder in eine Fahrradtasche am Gepäckträger verstauen.
• Einen Fahrradhelm tragen: Er senkt das Risiko einer Kopfverletzung.
• Ein vorhandenes Hörgerät im Straßenverkehr einschalten. Eine Hörminderung in regelmäßigen Abständen durch den Arzt abklären lassen.
• Festes Schuhwerk tragen.
• Auf dem Elektrofahrrad mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sein.
• Regelmäßig Gymnastik machen: Mangelnde Beweglichkeit kann beim Aufsteigen und Absteigen zur Gefahr werden.
• Eine Warnweste oder helle Kleidung und Reflektoren tragen.
• Fahrrad regelmäßig auf Verkehrssicherheit prüfen.
• Ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.
• Kein Alkohol vor oder beim Fahrradfahren.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft

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