And the oscar goes to...

Haferflocken auf Haferrispen
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Als Arzneipflanze hat er soeben, bildlich gesprochen, den Oscar gewonnen: Der Saathafer erhielt den Preis als „Arzneipflanze des Jahres 2017.“ Das unscheinbare Rispengetreide mit dem lateinischen Namen Avena sativa wurde von der Universität Würzburg ausgezeichnet.

Wer von unseren Lesern während der Kindheit mit pappigem Haferbrei gequält wurde, möge nun wegschauen: Essen kann man ihn natürlich auch. Er ist praktisch glutenfrei, enthält jede Menge Vitamin B 1 und B 6 sowie Ballaststoffe. Hafer hat eine ernährungstechnisch eine besondere Eigenschaft: Zum einen sorgt er durch überreichlich vorhandenes Beta-Glucan dafür, dass der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.

Das Beta-Glucan, ein Polysaccharid und Ballaststoff, hat noch eine andere interessante „Nebenwirkung“: Es lässt auch den Blutzucker sinken. Diese auf den ersten Blick paradoxe Wirkung wird in Diabetiker-Kliniken genutzt: Nach drei so genannten „Hafertagen“ brauchen die Patienten nachweislich weniger Insulin; bei Typ-2-Diabetikern wird die Insulinresistenz verbessert. Außer dem Korn bietet die Pflanze noch das Haferstroh: Bäder aus seinem Extrakt lindern Juckreiz und kleineren Verletzungen. Das Kraut, vor der Blüte geerntet, enthält entzündungshemmende Flavonoide, immunmodulierende Saponine und Mineralstoffe – weshalb Extrakte des Haferkrauts gern bei Neurodermitis eingesetzt werden. Der weiße Hafer Avena sativa ist für Allergiker besonders gut verträglich, da er auch noch besonders proteinarm und glutenfrei ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die im Handel erhältlichen Haferflocken sind durch ihre Zubereitungsmethode (quetschen) von Natur aus vollwertig.

Alexandra Regner, PTA/Redaktion

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