Neue Geldscheine – neue Sicherheitsmerkmale

123rf / Vladimir Voronin

Würden Sie sofort bemerken, wenn Sie einen gefälschten Geldschein in den Händen halten? Oder könnten Sie auf Anhieb beschreiben, wie ein 20- oder 50-Euro-Schein aussieht?

 Auch wenn wir so gut wie täglich mit Bargeld zu tun haben – bewusst wahrgenommen werden die verschiedenen Banknoten eher selten. Unachtsamkeit spielt dabei Geldfälschern in die Hände. Carsten Urbat vom Falschgeldkommissariat des Landeskriminalamts Berlin erklärt, wodurch sich echte Banknoten von gefälschten unterscheiden.

Echte Banknoten verfügen über zahlreiche Sicherheitsmerkmale. Zum Teil sind es insgesamt bis zu 50 verschiedene Eigenschaften, an denen man erkennen kann, ob ein Geldschein echt ist oder nicht. Eine ganze Reihe von Sicherheitsmerkmalen kann man recht einfach überprüfen, etwa indem man den Schein kippt, dreht oder seine Oberfläche abtastet. Banknoten werden nicht aus Papier hergestellt, sondern aus Baumwollfasern – der Schein fühlt sich dadurch „griffig“ an und nicht ganz glatt. Die so genannten „Stichtiefdruckmerkmale“ sind Elemente, die sich reliefartig von der Oberfläche des Scheins abheben und gut fühlbar sind, wie zum Beispiel die Wertzahl auf dem Schein. „Einige Merkmale werden auch erst sichtbar, wenn man die Noten gegen das Licht hält und kippt, zum Beispiel das Wasserzeichen oder der Sicherheitsfaden. Auf der Vorderseite des Scheins gibt es außerdem das silbrig glänzende Sicherheitsemblem. Darin müssen je nach Betrachtungswinkel verschiedene Motive erscheinen. Die Notenwerte ab 50 Euro haben hinten außerdem noch einmal die Wertzahl aufgedruckt. Die Farbe dieser Wertzahl ist ebenfalls abhängig vom Betrachtungswinkel: Beim 50-Euro-Schein wechselt die Farbe zum Beispiel von Olivgrün zu Purpur“, erklärt Urbat.

Die Europäische Zentralbank hat im Jahr 2013 begonnen, neue Banknotenserien auszugeben – nach der 5-, 10- und 20-Euro-Note folgt im Jahr 2016 noch der neue 50-Euro-Schein. Neben einem neuen Erscheinungsbild hat man bei den neuen Geldscheinen auch neue Sicherheitsmerkmale eingeführt. „Dazu gehört etwa die „Smaragdzahl“ auf der Vorderseite. Die Wertzahl ist außerdem farbig abgebildet. Wenn man diese im Licht kippt, läuft ein Leuchtbalken mit. Ab der 20-Euro Note gibt es außerdem das neue „Fenster“-Element. Es kann sowohl von der Notenvorder- als auch der -rückseite betrachtet werden und ist durchscheinend, wenn es gegen das Licht gehalten wird. Auf der Rückseite erscheint der Wert des Scheines mehrfach in schillernden Farben, wenn man den Schein kippt. Beides sind sehr gute Sicherheitsmerkmale, die wir bislang als qualitativ hochwertige Fälschungen noch nicht hatten. Ein Vorteil: Auch als Laie kann man diese Merkmale sehr schnell überprüfen“, erklärt der Experte.

Am häufigsten gefälscht werden 20- und 50-Euro-Noten. Professionelle Fälscher verwenden für ihre Imitate Offset-Druckmaschinen, mit denen Noten in großer Menge hergestellt werden können. Carsten Urbat: „Beim professionellen Geldfälschen wird aber nicht nur gedruckt, sondern die einzelnen Druckbögen werden noch einmal nachbearbeitet. Denn es sind mehrere Schritte nötig, um die Scheine möglichst echt aussehen zu lassen. Zum Beispiel werden recht aufwändig Sicherheitsfolienimitate aufgebracht oder doppellagige Scheine hergestellt, bei denen das Wasserzeichen dann von innen aufgetragen wird.“ Obwohl es manchen Fälschern gelingt, einzelne Sicherheitsmerkmale sehr gut zu imitieren, wird man kaum alle Sicherheitsmerkmale auf einmal für eine Note fälschen können. „Es gibt nicht die „Superfälschung“. Überprüft man mehrere Sicherheitsmerkmale auf einem Schein, ist die Chance relativ groß, dass man eine Fälschung auch erkennt. Ein Sicherheitsmerkmal allein kann jedoch trügerisch sein.“

Auch wenn die Chance, als Kunde an Falschgeld zu geraten, relativ gering ist, rät Urbat doch zur Vorsicht. Nicht jedes Geschäft prüft die angenommenen Geldscheine auf ihre Echtheit. Teilweise sind die Mitarbeiter angewiesen, zumindest Stichproben zu machen – aber nicht immer. Zum Teil werden den Beschäftigten auch technische Hilfsmittel an die Hand gegeben. So kann etwa maschinell überprüft werden, ob ein Schein echt ist. „Das ist ein recht sicheres Verfahren, weil dabei mehrere Sicherheitsmerkmale parallel abgeprüft werden. Manche Geschäfte haben aber lediglich UV-Lampen im Einsatz. Diese bringen nicht viel, da bei guten Fälschungen in der Regel auch die fluoreszierenden Merkmale gut nachgeahmt sind. Hier würde der Betrug also nicht weiter auffallen“, betont Urbat.

 

Die Deutsche Bundesbank hat auf ihrer Webseite die einzelnen Sicherheitsmerkmale für jede Euro-Note abgebildet und detailliert beschrieben, woran man echte Banknoten erkennt. In kurzen Videos wird außerdem erklärt, wie man im Schnelltest Falschgeld erkennen kann.

Wenn man Falschgeld in seinem Portemonnaie feststellt, sollte man am besten damit zur Polizei gehen und angeben, wo man die Note bekommen hat – sofern man dies denn noch nachvollziehen kann. Ersetzt werden die gefälschten Noten weder von der Bank noch der Polizei. Wichtig zu wissen: Wer Falschgeld entdeckt und trotzdem einfach weitergibt, macht sich strafbar. „Neben dem klassischen Straftatbestand der Geldfälschung gibt es auch noch das Inverkehrbringen von Falschgeld – auch hier können Haftstrafen drohen“, warnt der Experte. Wenn man also Banknoten als Wechselgeld erhält, sollte man möglichst sofort überprüfen, ob mehrere Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen zu finden sind. „Wenn man einen Tag später bemerkt, dass der Schein nicht echt ist, hat man kaum eine Chance, das bei dem jeweiligen Geschäft noch rückwirkend zu reklamieren“, so Urbat.

Quelle: Polizei dein Partner 

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