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01. Mai 2017

Sicherheit und Gesundheitsschutz

PTA hält Flasche in der Hand
Apotheken sollten Gesundheit vorleben, auch was den Arbeitsschutz betrifft. PKA können sich aktiv mit Verbesserungsvorschlägen und als Ersthelfer einbringen.

Was für eine trockene Thematik – denken die einen! Sinnvoll und notwendig – denken andere. Spätestens bei der Rezeptkontrolle wird aber jedem bewusst, dass Berufsgenossenschafts(BG)-Rezepte durchaus vorkommen und man erkennt, dass Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten gar nicht so selten sind.

Nicht unterschätzen! Gefährdungsbeurteilung, Unfallverhütungsmaßnahmen und Arbeitsschutz liegen natürlich in erster Linie in der verantwortlichen Hand des Arbeitgebers, also des Apothekenbesitzers beziehungsweise der Apothekenleitung. Diese hat die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, dass von Räumlichkeiten und Ausstattung der Apotheke keine Gefährdungen für die Gesundheit der Mitarbeiter ausgehen. Grundwissen benötigt jedoch auch die/der PKA. PKA sollten, ja müssen als Minimum über die berufsbezogenen Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften Bescheid wissen und diese mit wachem Auge einhalten.

Neue Mitarbeiter sollten sich alle Sicherheitseinrichtungen wie Feuerlöscher, deren Standorte samt Bedienung, den für Arbeitsunfälle notwendigen Verbandkasten und Notausgänge genau anschauen, um im Ernstfall nicht wertvolle Zeit mit Suchen zu verlieren. Da der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Sinne eines systematischen Qualitätsmanagements jedoch ein permanenter Prozess ist, der sich bei neuen Erkenntnissen weiter verbessern lässt, dürfen selbstverständlich auch Verbesserungsvorschläge geliefert und mit der Ausbildung zum Laien-Ersthelfer zudem eine wertvolle Zusatz-Qualifikation erworben werden. Denn gemäß der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift A1 (BGV A1) ist für jede Apotheke ein ständig anwesender, ausgebildeter Ersthelfer erforderlich.

Gesetzliche Grundlagen und mehr Die Grundpflichten des Arbeitgebers sind im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgelegt. Außerdem sind natürlich die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sowie die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) relevant. Für Tätigkeiten mit gefährlichen chemischen oder biologischen Stoffen machen die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und die Biostoffverordnung (BioStoffV) konkrete Vorgaben. Hierbei kommt meist auch gleich die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV; PSA = persönliche Schutzausrüstung) mit ins Spiel. Bei Verleih von Babywaagen, Milchpumpen und medizinischen Messgeräten ist zudem die Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) zu beachten.

Im Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII), Gesetzliche Unfallversicherung, ist wiederum geregelt, was die Aufgabe der Unfallversicherung ist: Erstens mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten. Zweitens nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wieder herzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen zu entschädigen. Jede Apotheke hat hierfür Mitglied in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) als Bestandteil der gesetzlichen Unfallversicherung zu sein.

Deren Angebote, Informationen und Leistungen finden sich zusammengefaßt unter „BGW kompakt – Pharmazie“ (BGW 03-03-050/ 5GU) in einer 50-seitigen Broschüre, die im Internet heruntergeladen werden kann. Selbst grundlegende Mindest-Anforderungen an Arbeitsplätze sind in den Themenfeldern der Arbeitsstättenverordnung mit zugehörigen Technischen Regeln definiert, was Raumanforderungen (Abmessungen, Fenster, Böden, Türen), Verkehrswege, Brandschutz, Fluchtwege und Notausgänge, Ergonomie (Bewegungsflächen, Anordnung, Beleuchtung, Klima, Lärm), Sanitär- und Pausenräume sowie Nichtraucherschutz betrifft. Und mit „qu.int.as“ bietet die BGW sogar ein Qualitätsmanagement mit integriertem Arbeitsschutz an.