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01. März 2017

Nahrungsergänzungsmittel

Sie sind ein Wachstumsmarkt, beim Apotheker verpönt, beim Verbraucher beliebt. Da Nicht-Arzneimittel, können PKA sich hier Zusatzqualifikationen aneignen.

Viele Apotheker rümpfen über diese Produkte die Nase. Im Pharmaziestudium, bei PTA- und PKA-Ausbildung, kommen sie inhaltlich so gut wie nicht vor. Doch von den Verbrauchern werden sie sehr nachgefragt. Mit Nahrungsergänzungsmitteln wurden 2014 laut IMS Health 970 Millionen Euro Umsatz erziehlt (Verkaufspreise). 72 Prozent hiervon verkauften öffentliche Apotheken, zwölf Prozent Versandapotheken. Doch die Versandhändler haben den deutlichen Wachstumstrend schon erkannt – und bieten, so etwa Aponeo, sogar schon entsprechende Produkte als Eigenmarke an. Da Bestellung rein, Päckchen raus aber nicht der Sinn der Sache ist, sollte entsprechendes Fachwissen vorhanden sein – auch und gerade in der öffentlichen Apotheke, um diesen Umsatz nicht zu verlieren.

Sinn und Zweck Normalerweise sind sie überflüssig: Nahrungsergänzungsmittel, kurz NEM. Eine ausgewogene Ernährung sichert gewöhnlich die Nährstoffversorgung. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann in bestimmten Situationen aber eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen durchaus sinnvoll sein. Sie haben also eine Berechtigung bei einseitiger, unzureichender Ernährung, um dadurch einen Beitrag zur Prävention zu leisten. Bestes Beispiel: Deutschland gehört zu den Gebieten mit leichtem Jodmangel. Durch Zufuhr geeigneter NEM kann die fehlende Jodmenge – falls sie nicht durch jodiertes Speisesalz, zwei Fischmahlzeiten pro Woche ausgeglichen werden kann – sinnvoll ergänzt werden. Überdosierungen durch jodhaltige Supplemente sind nicht zu befürchten.

Eine Kontraindikation liegt lediglich vor bei Morbus Basedow- Erkrankten oder bei einer deutlichen Schilddrüsenautonomie. Zu beachten ist, dass bei Kindern, deren Eltern an einer Hashimoto-Thyreoiditis leiden, zusätzliche Jodgaben problematisch sind. Nahrungsergänzungsmittel Doch was sind überhaupt NEM? Das sind Produkte, die aus Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form bestehen. Das können Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Aminosäuren, aber auch Ballaststoffe, Pflanzen oder Kräuterextrakte sein. Sie werden in dosierter Form, meist als Kapseln, Tabletten, Pulverbeutel oder in kleinen Trinkfläschchen, zumindest aber in lebensmitteluntypischer Darreichungsform in abgemessenen kleinen Mengen angeboten.

Vorgeschrieben ist, dass Angaben zur empfohlenen täglichen Verzehrmenge vorhanden sind, um Überdosierungen der Konzentrate zu vermeiden. Da sie rechtlich nicht zu den Arzneimitteln, sondern zu den Lebensmitteln gehören, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen, entfallen die zahlreichen strengen und im Nachweis Millionen- teuren Vorschriften, wie sie für Arzneimittel gelten. Als Lebensmittel müssen sie vor allem sicher sein und dürfen bei normaler Dosierung keine Nebenwirkungen haben. Zudem dürfen sie nicht dazu bestimmt sein, Krankheiten zu heilen, gewisse gesundheitsbezogene Aussagen sind jedoch sehr wohl möglich. NEM unterliegen nicht einem langwierigen Zulassungsverfahren, wie es für Arzneimittel gilt, sondern nur einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Für die Sicherheit sind die Hersteller verantwortlich. Die Überwachung der auf dem Markt angebotenen Nahrungsergänzungsmittel und der Herstellerbetriebe ist Aufgabe der Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder. Ansonsten gelten für Nahrungsergänzungsmittel nachfolgende rechtliche Grundlagen:

  • Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel (NemV),
  • Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LBFG),
  • Novel-Food-Verordnung,
  • Health-Claims-Verordnung.