• Chronische Übersäuerung
  • PTA-Fortbildung
01. Februar 2017

Ein sensibler Balanceakt

Frau balanciert auf Stein
Bindesgewebe

Übersäuerung kann auch andere Ursachen haben Es ist nicht nur die Ernährung, die säurelastig ist. Auch zu wenig Bewegung und Stress beeinflussen das Säure-Basen-Gleichgewicht ungünstig. Jeder Sport und auch sonst alles, was unseren Kreislauf anregt, fördert die Ausscheidung von Säure. In unserem Arbeitsalltag kommt Bewegung allerdings oft zu kurz. Dazu haben die meisten Menschen auch mehr oder weniger viel Stress, der sich langfristig auf das gesamte Befinden negativ auswirkt – auch auf das Säure-Basen-Gleichgewicht. Um ihr Gewicht zu reduzieren oder zu halten, legen sehr viele Menschen immer mal wieder eine Diät oder Fastenkur ein.

Dies ist eine zusätzliche Belastung des Körpers mit Säuren. Denn wenn körpereigenes Fett abgebaut wird, entstehen durch oxidative Prozesse Ketosäuren. Formuladiäten, bei denen Ersatzmahlzeiten mit hohem Eiweißgehalt gebräuchlich sind, stellen eine weitere Säurebelastung für den Stoffwechsel dar. Die dadurch entstehende latente Übersäuerung kann sogar durch eine verschlechterte Stoffwechselleistung den weiteren Fettabbau verhindern. Man spricht dann von einer Diätoder Fastenkrise, bei der trotz kalorienreduzierter Ernährung das Gewicht nur langsam fällt. Die Niere ist, wie erwähnt, das einzige Organ, das aktiv Säure ausscheiden kann. Wenn im Alter die Nierenfunktion nachlässt, sinkt auch die Fähigkeit Säure auszuscheiden. Dazu kommt, dass ältere Menschen häufig zu wenig trinken und sich nicht selten einseitig ernähren.

Oftmals fehlen gerade die wichtigen Basenlieferanten Obst und Gemüse. Senioren tragen daher ein erhöhtes Risiko für eine chronische Übersäuerung. Ein weiterer Risikofaktor sind chronische Krankheiten. Es ist bekannt, dass zum Beispiel Diabetes mellitus zu einer erhöhten Produktion von Ketosäuren führt. Chronische Lungen- und Nierenerkrankungen vermindern die Ausscheidung von Säuren. Auch Erkrankungen, die mit Durchfall einhergehen, können durch den Verlust von Basen eine Übersäuerung begünstigen.

Übersäuerung beeinflusst den Energiestoffwechsel Ist der pH-Wert geringfügig verschoben, kann dies langfristig die Stoffwechselaktivitäten einschränken. Denn keine Stoffwechselreaktion läuft im Körper ohne Enzyme. Deren Aktivität ist jedoch stark pH-abhängig. Bereits leichte Abweichungen können zu Funktionsstörungen in den verschiedensten Organen führen. Es gibt allerdings keine charakteristischen Symptome. Es sind Störungen des Allgemeinbefindens und Beschwerden, wie Müdigkeit und Antriebsschwäche, verringerte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhte Stressempfindlichkeit, Nervosität und Unruhezustände, die mit einer chronischen Übersäuerung in Zusammenhang stehen können. Auch Muskel- und Gelenkschmerzen, erhöhte Infektanfälligkeit sowie Veränderungen von Haut, Haaren und Nägeln können durch eine Übersäuerung begünstigt werden.

Sind Sie Fachpersonal aus dem pharmazeutisch-technischen Umfeld?
Zur PTA Webseite